Aufbau und regelmäßiger Einsatz eines regionalen Grundwasserströmungsmodells am Linken Niederrhein
Die Linksniederrheinische Entwässerungs-Genossenschaft (LINEG) unterhält und plant in ihrem Verbandsgebiet zahlreiche Anlagen zur Wasserhaltung und zur Minimierung bergbaulicher Einflüsse. Zur Unterstützung bei der Planung wasserwirtschaftlicher Maßnahmen wurde im Jahr 2000 für das gesamte LINEG-Verbandsgebiet 1999 ein ständig verfügbares Grundwassermodell erstellt.
Detaillierter Blick in das Regionalmodell der LINEG
Es wurde mit dem Finite-Elemente Grundwassermodellierungsprogramm FEFLOW der DHI-WASY GmbH ein zweidimensionales Modell, das ein Gebiet von ca. 1000 km² am linken Niederrhein abbildet, erstellt. Zunächst wurde das instationäre Modell für den Zeitraum von November 1996 bis Oktober 1999 aufgebaut und später sukzessive bis Dezember 2007 erweitert.
Im Modell sind trotz dessen Größe Vorfluter und Pumpanlagen sehr detailliert abgebildet. Der effektive Einsatz der FEFLOW-internen Pre-Processing-Werkzeuge erlaubt dennoch eine einfache Aktualisierung des umfangreichen Modells.
Im Verbandsgebiet der LINEG werden sowohl Steinsalz als auch Steinkohle im Untertagebetrieb gewonnen. Diese bergbaulichen Aktivitäten haben Bergsenkungen zur Folge. Zur Berücksichtigung der bergbaulichen Einflüsse wurde FEFLOW über ein speziell entwickeltes Interface (IFM-Modul) projektspezifisch angepasst. Die Bergsenkungszustände finden quartalsweisen Eingang. Damit steht der LINEG ein umfassendes Werkzeug zur Bearbeitung der grundwasserbezogenen Fragestellungen zur Verfügung. Diese Untersuchungen haben sowohl lokalen wie auch regionalen Charakter. Das Modell wird beispielsweise genutzt um die jedes Jahr benötigten Prognosen für die Wasserwirtschaftsberichte der Deutschen Steinkohle AG (DSK AG) zu rechnen und wird auch als Grundlage zum Fachbeitrag Natur und Landschaft (FBNL) für die Bergwerke Walsum und West verwendet. Für diese Anwendungen liefert die DHI-WASY GmbH im Jahresturnus aktualisierte Modellvarianten.